Ein Ferientag unter vielen!

Gerade neigen sich die Herbstferien gefährlich dem Ende zu, da ist es Zeit, diese wunderschöne Zeit noch einmal Revue passieren zu lassen! Um euch zu veranschaulichen, was ich in meinen Ferien (nicht) gemacht habe, habe ich mal einen Text über einen Tag verfasst, der so zwar nicht statt gefunden hat, aber als Beispiel ganz gut herhält!

Irgendwann gegen Morgen wache ich zum ersten mal auf. Im Halbschlaf schreckt mich der altbekannte Gedanke auf, dass ich gleich aufstehn muss um in die Schule zu gehen. Aber hey, ich habe einen schweren Kopf, es müssen eigentlich Ferien sein. Das Denken geht noch nicht so schnell, aber nach hoch komplizierten Rechnungen bin ich mir irgendwann sicher, dass ich mich wieder in die Welt des Schlafes fallen lassen kann. Im Laufe des Vormittags wird meine feierliche Schlaf-Zelebrierung mehrmals durch störende Arbeitsgeräusche meiner Mutter unterbrochen. Will sie mir damit ein schlechtes Gewissen machen, weil sie mein Geschirr aufwäscht? Will sie mir mitteilen, dass es um 11 ist? Ich verfluche sie ein bisschen in Gedanken, schlafe jedoch recht schnell wieder ein.

So gegen 12 wird aus dem Halbschlaf langsam eine Mischung aus Unbehagen, trocknem Mund, schlechtem Gewissen und dem Drang aufs Klo zu gehen. Beim Aufstehen merke ich, dass meinem Körper die Balance fehlt und mein Kopf verfehlt nur knapp den Boden. Nach einer schwierigen Reise entdecke ich das Badezimmer am Ende des Flurs. Auf dem Klo bewundere ich meinen Stempelabdruck auf dem Oberschenkel. Oh stimmt, ich war ja im Spot gestern. War aber eigentlich ziemlich langweilig, wir ham ja nur gesoffen und getanzt, sonst ist ja garnichts lustiges passiert an dem Abend. Naja, zum Glück habe ich kein Blackout!

Mist, warum habe ich Andi zugesagt, heute Abend auf die Party zu kommen. Ich will doch garkein Bier, es gibt nichts ekligeres. Auf dem Rückweg in mein stinkendes Zimmer begegne ich meiner Mutter. Ich murmele ein „Morgn“. Warum betont sie das „Morgn“ bei ihrer Antwort so komisch…?

So, dann wird sich erstmal auf den Schreibtischstuhl gefläzt und der Computer hochgefahren. Das dauert natürlich seine Zeit. Plötzlich merke ich, dass eine Erinnerung in meinem Kopf erwacht, dass gestern Abend ja doch etwas lustiges passiert ist. Dieses Erinnerungserwachen setzt noch ein paar mal im Laufe der nächsten Stunden ein, bis ich den Abend komplett wiederhergestellt habe. War ja doch ganz cool gestern! Aber zum Glück habe ich kein Blackout!

Als der Computer endlich hochgefahren ist, checke ich erstmal meine Mails. Komisch, warum hat mir denn heute Nacht keiner geschrieben? Danach wird das Köln-Forum akribisch nach News durchforstet. Das nimmt schon seine Stunde in Anspruch, weil es etliche neue Beiträge gibt. Diese Freaks, ham die nix anderes zu tun, als den ganzen Tag vorm Computer zu hängen? Danach merke ich, dass ich immer noch im gleichen unbehaglichen Zustand von vor einer Stunde bin. Also entschließe ich mich, in die Küche zu gehen. Ich schau in den Kühlschrank, obwohl ich genau weiß was alles drinne ist. Aber all diese Speisen setzen komplizierte Herrichtungsarbeiten voraus, die ich nicht gewollt bin, zu tätigen. Also schlurfe ich wieder in mein Zimmer.

Gleicher Tag, 18 Uhr: Neben meinem Bildschirm haben sich einige Teller und Gläser angehäuft, da mein Appetit doch meiner Gemütlichkeit obsiegt hat. Einige ICQ-Gesprächsfenster sind geöffnet und zeigen spannende Diskussionen über Smilies und Methoden, die Schule zu verdrängen. Die malerische Atmosphäre des stinkenden, verkaterten Jungen an seinem stinkenden, zweck-missbrauchtem Schreibtisch wird wieder nur durch Arbeitsgeräusche aus dem Wohnzimmer gestört.

Irgendwann um diese Zeit findet der Wendepunkt (oder Anfangspunkt) des Tages statt. Auslöser dafür ist meist ein wichtiges ICQ-Gespräch oder Telefonat, indem über die Abendplanung konferiert wurde. Als erstes komme ich auf die Idee, den Nebel in meinem Zimmer zu bekämpfen. Dazu öffne ich das Fenster. Wenn der Nebel verschwunden ist, bemerke ich durch die klare Sicht auch, dass ich ziemlich heruntergekommen aussehe. Es folgt eine erfrischende Dusche, begleitet von kölschen Karnevalskrachern. Danach fühle ich mich gleich viel besser und relativiere mein Vorhaben, heute Abend nicht zu trinken. Ach, so ein zwei Bier schaden nie!

In meiner neuen Verfassung bin ich auch bereit, mich an die Arbeit zu machen: Die Details der Abendplanung! Verbindung raus suchen, Gleichgesinnten Bescheid zu geben, 8 Bier kaufen, nochmal etwas essen, um ein Fundament für den Abend zu bauen und irgendeine Alibihausarbeit simulieren, um mich mit meinen Familienmitgliedern gutzustellen.

So gegen 9 verlasse ich das Haus in einem merkwürdigen Ducksprung durch die Tür, um der seit Wochen über dem Rahmen lauernden Monsterspinne zu entgehen. Heissa, ist das Leben schön!

Werbeanzeigen

Schlagwörter: , , ,

3 Antworten to “Ein Ferientag unter vielen!”

  1. Andi Says:

    Jaja solche Tage kennt man. Ich werde namentlich erwähnt, ich bin ein Held! Ein brillanter Writer ist im Anmarsch 😀

  2. Mehr als “kölsche Karnevalskracher” | Ralphs Says:

    […] grad frisch ins Blog, selbstironisch, fein beobachtend, unbekümmert und leicht aus der Hand. Ein Ferientag unter vielen! Irgendwann um diese Zeit findet der Wendepunkt (oder Anfangspunkt) des Tages statt. Auslöser […]

  3. Ein Abend unter vielen! « Lorenz Blog Says:

    […] Ferien kann ich euch nicht vorenthalten! Sie bildet nicht nur vom Namen her das Gegenstück zu dem Ferientag unter vielen! Viel Spass beim […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: