Auf der Straße laufe ich Evangeline Lilly über den Weg und mit einem engelhaften Lächeln fragt sie mich, ob ich Lorenz bin. Mürrisch schüttle ich den Kopf und speie Verzieh dich, du Hexe in ihre Richtung.
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Chancentod
20. Oktober 2011 18:18Reimen war Gestern!
15. September 2011 1:00An der Uni nennt
Man mich Studierenden
Und ich krieg als Lohn
Für mein Studieren den Bachelor
Mit dem Auto durchs frühmorgendliche Köln
5. September 2011 23:23Ecke Vogelsanger-Äußere Kanalstraße: Früh morgens auf dem Weg zur Arbeit, am Büdchen stehn schon zwei Arbeiter, beim ersten Käsebötchen tauscht man sich über Gott und die Welt aus. Die Müllabfuhren kommen eine nach der anderen aus ihrem Lager gerumpelt und biegen in die nächtlichen Straßen ein. Es regnet, doch ich kann mich nirgends unterstellen, denn an dieser Kreuzung warte ich auf meinen Kollegen, der mich mit zur Arbeit nimmt. Paarweise rauschen Lichter und Scheibenwischer durch den Regen an mir vorbei. Ich weiß, dass ich auf ein kaputtes Licht warte, also ein einzelnes. Minutenlang lasse ich die Autos vorbeiziehen, versuche Gesichter hinter den verschwommnen Scheiben zu erkennen, sehe überall einzelne stumme Gesichter auf dem Weg zu einem harten Arbeitstag.
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Ein lauer Sommerabend im August
28. August 2011 11:30Golden bricht das Licht
Durch die Fenster
Die letzte Stunde
Auf dem Balkon
Das Hupen
eines Zuges
Durchbricht die Stille
Ich bleibe hier
Die Ampel schaltet nicht mehr
Ein Mann schaut sich um
Bleibt stehn
Und lüftet den Hut
Eine Frau fühlt sich gut
Und schaltet Musik ein
Leises Knistern
Sie sucht dem Empfang
In Schatten getaucht
Die Straße döst schon
Das gefällt mir
Drum tu ich es auch.
Wo sind die Menschen?
27. August 2011 20:42Wo sind die Menschen?
Ich spüre sie nicht
Ich kann mich bewegen
Und stoße nirgendwo an.
Ich sehe sie alle
Jeden Tag und überall
Sie sehn mich auch
Doch wir erkennen uns nicht.
Ich kann meinen Weg gehn
Wohin ich auch will
Doch er geht nirgendwo lang
Keine Kreuzung in Sicht.
Kein Wirtshaus in Sicht
Keine Bettler am Weg
Nur Menschen, die laufen
Verlaufe ich mich?
Das frag’ ich mich wirklich
Und ruf es hinaus
Doch der Lärm verschluckt es:
Wo sind die Menschen?
Wenn du durchhängst.
27. August 2011 13:37Es gibt Tage, da merkt man schon morgens, dass man heute keine bahnbrechenden Leistungen vollbringen wird. Wenn man sich trotzdem aufrafft und an einem Samstagmorgen in die Uni geht, passiert folgendes:
O kadar güzel
25. August 2011 20:29In Mannheim steigen sie in den Zug. Eine hübsche dunkelhaarige Frau, elegant gekleidet. Merkwürdigerweise lässt sie sich von Stress und Hektik des vollen Abteils, von Geschiebe und Gerücke nicht anstecken. Sie flüstert ihrem kleinen, ebenso schwarzhaarigem Sohn Mut zu, sich neben mich zu setzen. Ihre Tochter mit Brille und Buch setzt sich davor, der Zug ist zu voll. Sie selbst stellt sich in den Gang und erscheint nur ab und zu, um ihren schweigenden Kindern türkisch zuzuflüstern. Die Kinder lauschen gebannt und flüstern zurück. Ich überlege ihr anzubieten, meinen Platz mit der Tochter zu tauschen, damit die beiden sehr schüchtern wirkenden Kinder nebeneinander sitzen können. Jedoch traue ich mich nicht, in diese innige familiäre Situtation einzugreifen und außerdem könnte ich dann nicht mehr diesem unglaublich liebevollen und zärtlichen Umgang untereinander folgen, in der wunderbaren türkischen Flüsterei untertauchen.
Bis Frankfurt musste ich mit ansehen, wie eine fette Mutti ihrer fetten Schwester gezeigt hat, wie toll ihr segelohriges Joel-Kind auf Befehl dies und das aussprechen kann. Untermalt wurde das Theater von zeternden Opas und murmelden Nachbarn, die irgendwas von Fremdschämen und Hartz4 geplappert haben. Bis Frankfurt hatte ich lieber die Kopfhörer auf. Aber die beruhigenden türkischen Worte, die jetzt zwischen den Sitzen umherhuschten, fesseln mich mit Klang und Melodie. Die 4 dunklen Augen der Kinder suchen immer wieder Halt in den noch dunkleren Augen der Mutter und das täte ich auch gern. Alles ist sehr ruhig, so eine Geduld zwischen Kindern und Mutter habe ich selten gesehen. Doch wirken auch alle drei sehr ernst und traurig. Da ich mich nicht traue, durchweg rüberzustarren, muss ich mich dem Lauschen hingeben. und lasse mich mit beruhigen, dass wir nur noch einmal umsteigen müssen. Das passiert leider schon in Karlruhe und ich fahre alleine weiter durch den warmen Sommerabend.
Völlig fertig…
24. August 2011 17:31Wieder einmal hat mich extremes Wetter inspiriert, dabei sind es die (langersehnten) ersten heißen Tage in diesem Jahr.
Die Hitze hängt über dem Asphalt
Wer noch nicht geflohen ist
watet als Elefant durch den Schweiß
Schatten wird verkauft
Aber langsam, ohne Feilschen
Ich schütte Wasser in Münder
und wate weiter
Mittagspause von 11 bis 6
Danach völlig fertig
ins triefende Laken
Fieberträume
von verquollnen Gesichtern
Raushängenden Bäuchen
Verfilzten Haaren
Beim Stolpern in den Schweißteich
Wache ich auf
Verklebt
Und wate weiter völlig sinnlos
Durch den dickflüssigen Tag
Warum ich nicht schreiben kann.
23. August 2011 18:18Warum ich nicht schreiben kann? Die Welt überwältigt mich viel zu sehr! Jedes Schreiben wäre ein Versuch, sie in ein paar Zeilen zu erklären. Jedes Schreiben ist ein Schneiden der Welt. Ich schneide die Sachen heraus, die ich für unwichtig halte und lasse ein paar Sachen übrig, die die Welt repräsentieren sollen. Schreiben ist kein Prozess, bei dem Buchstaben auf ein leeres Blatt Papier platziert werden, Schreiben ist ein Prozess, bei denen aus allen möglichen Worten auf allen möglichen Sprachen fast alle rausgekürzt werden. Das Kürzen der Welt setzt schon in jenem Moment ein, in dem man sich für das Schreiben entscheidet, da man die Welt auf Geschriebenes reduzieren will und sie nicht so lässt, wie sie ist. Und diese Verantwortung soll ich tragen?
Diese Gedanken, in denen einem bewusst wird, dass man durch das Schreiben nichts in seiner Ganzheit darstellen kann (nicht nur durch das Schreiben, man kann nichts in seiner Gesamtheit überhaupt darstellen), diese Gedanken führen zu einer Schreibblockade. Jeder der schreibt ist arrogant, er meint, die Welt darstellen zu können, er meint, sie den Lesern oder sich selber durch einen geschickt konstruierten Filter verständlich machen zu können. Tja, diese Arroganz braucht man wohl.
Geplagt von solchen Problemen, fängt man am besten mit der Lyrik an. Durch ihre Ungrammatikalität, durch ihre bruchstückhaften Sätze impliziert sie, dass vieles weggelassen wird, was dazugehört und dass nur zufällig ausgewählte Aspekte beschrieben werden. Die scheinbare Zufälligkeit entsteht durch Faktoren wie Reim, Klang, Rythmus, Melodie, von denen doch in jedem Gedicht ein kleiner Teil steckt, auch in den modernsten. Da der Dichter sich auch auf diese Faktoren konzentriert und nicht nur auf den Inhalt, werden die Worte die er benutzt (oder übrig lässt
) nicht nur nach dem Kriterium der perfekten Wahrheit ausgesucht, sondern etwas niederere Motive tragen auch dazu bei. Dadurch geht den Gedichten ein wenig der Anspruch abhanden, die Welt in ihrer Ganzheit darzustellen, und das macht sie nicht nur angenehmer zu schreiben, sondern auch zu lesen.
Auf gehts Leute, schreibt Gedichte!
Nachher
13. Juni 2011 22:06Wolfgang hat Recht
Du kannst zaubern
Ich dagegen
Eher schlecht